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| Veränderungsversuche:
Der Kampf um das Käfigverbot Chronologie Zunächst sah es 2001 so aus, als würde es nur noch 5 Jahre Legebatterien geben; doch dann fanden Länder wie Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ein Hintertürchen, wie sie mit der Quälerei weiter machen konnten. 13. April 1999: Das Bundesverfassungsgericht erklärt die alte Hennenhaltungsverordnung für nichtig und die Käfighaltung der Legehennen für nicht tierschutzgerecht. April 2000: Die Regierungsverantwortlichen der SPD wollen sich nicht für eine tiergerechte Hennenhaltung einsetzen. Statt 450 cm² soll eine KZ-Henne künftig 550 cm² Platz zur Verfügung haben. Das Bündnis Tierschutz verteilt Tausende von Flugblättern und weist mit Slogans wie Weicheier im linken Flügel! oder Zum Gackern: Schröder kommt nur auf wenige Zentimeter auf das lächerliche Ergebnis jahrelanger Verhandlungen in der EU hin. Prominente unterstützen die Aktionen. 19. Oktober 2001: Diskussion um die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Der Bundesrat stimmt der von der Bundesregierung vorgelegten Verordnung zur Haltung von Legehennen zu. 2002 tritt diese in Kraft. Das Ende der Käfighaltung schien gekommen. Ab 2007 soll es keine Käfighaltung mehr geben. 26. September 2003: Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wollen das Käfigverbot wieder aufweichen. Die Agrarminister beraten erneut über die Haltungsbedingungen von Legehennen. Bärbel Höhn, damals NRW-Landwirtschaftsministerin, setzte sich bei ihren Kollegen engagiert für de Beibehaltung des Käfig-Verbotes ein. 27. November 2003: Auf Antrag von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern beschließt der Bundesrat, dass die Käfighaltung von Legehennen über das eigentliche Verbot ab 2007 hinaus weiter möglich sein soll. Doch Verbraucherschutzministerin Renate Künast unterschreibt diese Aufweichung des Käfighaltungsverbotes nicht. 26. März 2004: Auf der Agrarministerkonferenz in Osnabrück soll Renate Künast unter Druck gesetzt werden. Sie hatte den Landwirtschaftsminsitern der Bundesländer Gutachten vorgestellt, aus denen hervorgeht, dass ausgestaltete Käfige im Vergleich zu tiergerechten Haltungsformen für Hennen keine wirtschaftlichen Vorteile bringen. Doch Niedersachsen (Ehlen) und Mecklenburg-Vorpommern (Backhaus) versuchen weiterhin, das Käfigverbot zu kippen. 17. Dezember 2004: Der Bundesrat beschließt mit Mehrheit, das Verbot der Käfighaltung von Legehennen ab 1.1.2007 über die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aufzuweichen und ausgestaltete Käfige zuzulassen. Bundesministerin Künast widerspricht dem. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung tritt somit vorerst nicht in Kraft. Das Verbot der Käfighaltung bleibt bestehen. 7. April 2006: Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erhalten für ihren erneuten Antrag, das ab 1.1.07 geltende Verbot der Käfighaltung zu kippen, die Mehrheit. Nun muss nur noch Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer unterzeichen. Leider unterzeichnet er wenige Monate später. Die Hennen müssen weiter im Käfig leiden. Die Halter und verantwortlichen Politiker versuchen diese Tatsache zu beschönigen, indem sie die Käfige nun "ausgestaltete Käfige" nennen, doch auch hierin hat jede etwas mehr als ein A 4-Blatt zur Verfügung. Käfig bleibt Käfig. Die Industrie und Groß´geldverdiener haben gesiegt, Millionen Hennen werden weiterhin erbarmungslos gequält, in drangvoller Enge eingesperrt und sehen nie das Licht der Sonne. 1. August 2006: Seehofer unterzeichnet eine geänderte Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Käfige sind weiterhin erlaubt und werden nicht 2007 abgeschafft. Die Hühnerhalter erhalten eine Übergangsfrist bis Ende 2009, danach sollen die Hühner in etwas größeren Käfigen gehalten werden. 1. Januar 2010: Durch die Sender im Radio und TV lässt die Regierung ihre Propaganda verlauten, dass die Hennen nun nicht mehr in Käfigen leben. Doch das stimmt nicht: Ab diesem Datum sind zwar die Käfige mit dem Platz von 550 cm² nicht mehr erlaubt, aber die sogenannten Kleingruppen-Käfige. Hier haben die Hennen 890 cm² zur Verfügung, also einen Platz von 1,5 A-4-Seiten (statt vorher eine knappe A-4-Seite). Mehr Hennen werden zusammengepfercht, was aus Tierschutz-Gründen noch fraglicher ist, da sich mehr Hennen gegenseitig in der Enge hacken und Federn ausreißen werden. Nach wie vor sitzen die Hennen in Käfigen...
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