Industrielle
Nutzung

Zu dem Ziel aller industriellen Haltungsformen ist zu
sagen, dass die Hühner dort Eier legen oder Fleisch
ansetzen sollen. Ehemalige Rassehühner wurden so
gezüchtet, dass die Legeleistung der so gezüchteten
Hybridhennen oder der Fleischansatz hoch ist.
Normalerweise legt ein nicht verzüchtetes Huhn in freier
Natur 6 - 12 Eier zwecks Nachwuchs.
Hochleistungslegehennen erreichen über 300 Eier pro
Jahr! Damit sind diese Hennen frühzeitig verbraucht
und erreichen, lässt man sie bis zum natürlichen Tod
leben, nur 1/10 des Alters, das sie eigentlich in der
Natur erreicht hätten: Statt 30 werden sie 3 Jahre alt.
Somit ist jede Form der industriellen Haltung
Tierausbeuterei. Hinzu kommt, dass diese Legehennen kein
Gnadenbrot erhalten, sie werden, sobald ihre Legeleistung
sich verringert, abgeschlachtet und zu Tierfutter oder
als Suppenhühner verarbeitet. Meistens passiert das nach
nur einem Jahr, sodass diese Hennen maximal 1,5 Jahre
leben. 50 % eines Schlupfjahrganges - egal, für welche
Haltungsform - werden gleich nach dem Schlüpfen
getötet, nämlich die männlichen Küken, da Hähne
keine Eier legen. Die Küken werden bei lebendigem Leibe
zerschreddert.
Wirklich artgerecht ist also keine der industriellen
Haltungsformen. Das kleinste Übel für die Hennen ist
dabei die Freilandhaltung, denn hier sollten sie in ihrem
zu kurzen Leben sich wenigstens bewegen, laufen, scharren
und sich auch zurückziehen können. Sollte man das nicht
als Minimun dem ausgebeuteten Wesen zugestehen können?
Leider ist die Freilandhaltung immer noch gering, die
Käfighaltung liegt bei über 90 %, und unsere derzeitige
Regierung setzt auf Drängen der Agrarminister, denen man
Profitgier unterstellen muss, alles daran, die
Batteriehaltung fortzusetzen, die eigentlich ab 2007
abgeschafft werden sollte. Gezielte Kampagnen wie z. B.
der sogenannte Dioxin-Skandal, der von der
Universität Hannover gemacht wurde oder die
übertriebenen Maßnahmen im Zusammenhang mit der
Vogelgrippe (völlig überzogenen Stallpflicht für
Geflügel und das Vorhaben, dass Geflügel grundsätzlich
in Ställen leben sollte) sollen die Bevölkerung
verunsichern und das Vorhaben der von der Wirtschaft
abhängigen Politiker unterstützen, dass Legebatterien
beibehalten werden sollen. Biohühner

Biohühner sollten einen Auslauf im Außengehege von vier
Quadratmetern haben - allerdings alle zusammen. Im
Innenstall dürfen maximal sechs Hennen pro Quadratmeter
gehalten werden. Zudem dürfen nicht mehr als 3000 Hennen
einer Gruppe angehören. Die Hennen erhalten Futter, das
zu mindestens 80 % aus ökologischem Anbau stammt.
Ich habe Biohühnerställe gesehen, in denen sich alle
Hennen im Außenbereich diese vier Quadratmeter teilten
und es sah sehr, sehr eng aus. Bei der Biohaltung kommt
es vor allem darauf an, dass die Hennen mit Biofutter
gefüttert werden. Daher ist diese Haltungsform im Sinne
der Hühner deutlich schlechter zu bewerten als die
Freilandhaltung, die ihnen deutlich mehr Platz und
Auslauf bietet.
Eier von Biohühnern sind mit der Ziffer "0" am
Anfang des Ei-Codes gekennzeichnet.
Freilandhühner

Freilandhühner sollten einen Auslauf im Außengehege von
mindestens vier Quadratmetern pro Henne zur Verfügung
haben. Der Innenstall sollte so wie bei der Bodenhaltung
ausgestattet sein. Die Hennen dürfen maximal drei Monate
im Innenstall eingesperrt bleiben. Wird dieser Zeitraum
überschritten, dürfen die Eier nicht mehr als
Freilandeier deklariert werden, sondern als Eier aus
Bodenhaltung.
Freilandhaltung ist innerhalb der industriellen Haltung
die artgerechteste Haltungsweise, wenn die Hennen in den
Auslauf gelassen werden. Hier können sie scharren, sand-
und sonnenbaden, anderen Hennen ausweichen und vielleicht
einen Grashalm zupfen.
Eier von Freilandhühnern sind mit der Ziffer
"1" am Beginn des Ei-Codes gekennezeichnet.
Bodenhaltungshühner

Bodenhaltungshühner sind Hühner, die nur in einem Stall
leben und keinen Zugang nach draußen haben. Dabei sind
maximal 9 Hennen auf einem Quadratmeter Bodenfläche
zugelassen. Ist der Stall mit mehreren Etagen
mit Tränk- und Futtereinrichtungen sowie Sitzstangen
versehen, erhöht sich die Anzahl auf 18 Tiere pro
Quadratmeter. Diese Art der Haltung nennt man die
Volierenhaltung. Der Boden muss zu einem Drittel mit
Torf, Sand oder Stroh eingestreut sein, der Rest besteht
aus Latten- oder Gitterböden.
Viel Platz haben die Hennen in der Bodenhaltung nicht,
daher ähnelt diese Haltungsform fast schon der
Legebatteriehaltung, denn die Tiere können nicht
wirklich ausweichen und hacken sich gegenseitig blutig.
Natürliches Verhalten ist hier nicht möglich.
Die Hennen werden ebenso wie in die Käfighennen in der
Regel nach ca. einem Jahr Lebenszeit getötet. Dann wird
die nächste Gruppe von jungen Tieren in den Stall
eingeliefert und ein Jahr lang ausgenutzt, bis sie
geschlachtet und als Suppenhühner oder zu Tierfutter
verarbeitet werden.
Eier von Hühnern aus Bodenhaltung sind mit der Ziffer
"2" am Beginn des Ei-Codes gekennzeichnet.
Käfighühner

Käfighühner leben in Käfigen zu vier bis fünf Hennen
zusammen. Jede Henne hat weniger Platz als ein A 4-Blatt
zur Verfügung. Sie stehen auf Gitterböden und können
sich kaum bewegen. Sie können weder scharren, noch
laufen noch das Ei in Ruhe legen. Oftmals bleibt das
Licht über 20 Stunden an, das erhöht die Legeleistung.
Hennen aus dieser Haltungsform sind verhaltensgestört,
sie hacken sich gegenseitig blutig, werden tot getrampelt
und verwesen oft in den Käfigen. Auf diese verwesten
Kadaver legen die verbleibenden Hennen ihre Eier.
Eigentlich sollte dieses System ab 2007 in Deutschland
verboten sein, doch nun soll eine andere Art der
Käfighaltung eingeführt werden, die sogenannte Kleinvoliere.
Diese besteht aus etwas größeren Käfigen, in die aber
wiederum so viele Hennen hineingepfercht werden dürfen,
dass jede Henne gerade mal den Platz eines A 4-Blattes
erhält. Legebatterie-Inhaber brauchen dabei nur die
Käfigwände herauszunehmen und eine Henne weniger in die
Käfige zu pferchen.
Hennen aus dieser KZ-Haltung werden nach ungefähr einem
Jahr ausgestallt und geschlachtet. Da das in der Regel
nachts gemacht wird, sehen diese Tiere niemals das
Sonnenlicht. Sie sind ihr Leben lang nur ausgebeutet und
gequält worden.
Eier von Käfighühnern sind mit der Ziffer "3"
am Beginn des Ei-Codes gekennzeichnet. "Kauft kein
Ei mit 3, denn 3 heißt Quälerei!"
Masthühner

Masthühner sind die Hühner, die der Verbraucher als
Broiler oder halbes Hähnchen
kauft. Dabei sind es sowohl männliche als auch weibliche
Tiere, die als Hähnchen angeboten werden.
Genau genommen handelt es sich bei diesen Tieren um zu
schnell gewachsenen und übergewichtige Küken, denn
diese Hühner werden im Alter von sechs Wochen
geschlachtet. Das entspricht einem menschlichen Alter von
3 Jahren. Jeder, der ein Hähnchen verspeist,
verspeist also ein dreijähriges Kind.
Die Aufzucht ist voll industrialisiert: Das Küken
schlüpft, ungeeignete Küken werden gleich danach
aussortiert und zu Mus zerhackt, die anderen landen
normalerweise in einem Stall, also in Bodenhaltung (sehr
selten ist die Freiland-Masthuhnhaltung) und haben
zunächst noch viel Platz. Sie sind so gezüchtet, dass
sie immerzu das Bedürfnis haben zu fressen. Also wachsen
sie sehr schnell. Weil ihnen langweilig ist, picken sie
sich gegenseitig blutig. Je größer sie werden, desto
mehr leiden sie unter dem Fettwuchs, der auf die inneren
Organe drückt. In großen Anlagen werden sie mit einer
Art Gabelstapler schließlich eingesammelt und zur
Schlachterei gefahren.
Lässt man Masthühner leben, erreichen sie ca. 1 Jahr,
wobei die Hennen ein paar Eier legen. Sie werden deshalb
nicht älter, weil zu dick werden. Manchmal können sie
auch nicht mehr laufen. Wenn diese Masthühner allerdings
diätisch ernähren, erreichen sie auch die drei Jahre,
die eine Legehenne erreicht, wenn man sie am Leben
lässt. (Siehe auch unter Was Hühner berichten:
Hier erzählen einige Masthennen und -hähne, die am
Leben gelassen wurden.)
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